Geschichte

Über 400 Jahre bewegte Geschichte begleiten das Gutshaus Hohenhaus zwischen Bad Hersfeld und Eisenach. Eine kartenähnliche Zeichnung im Staatsarchiv Marburg, angefertigt um 1600, sowie andere historische Quellen zeigen ein fachwerkähnliches Gebäude, das im Mittelalter als Rittergut von dem Adelsgeschlecht von Buttlar betrieben wurde. Bis 1856 blieb das Herrenhaus in ihrem Besitz. Dann erwarb Ferdinand von Schutzbar, genannt Milchling, den Gutsbetrieb. Er war ein um Hessen hochverdienter Mann, der höchste Ehrenämter innehatte, beispielsweise das des Obervorstehers des Ritterschaftlichen Stiftes Kaufungen.

Sein Sohn, der Königliche Kammerherr und Rittmeister Rudolf von Schutzbar, übernahm Hohenhaus nach seinem Tod. Ihm ist es zu verdanken, dass das bis dato schlichte Herrenhaus 1901 in ein schlossähnliches Cottage im englischen Landhausstil umgebaut wurde. Die Leitung dieses Projektes übernahm der renommierte Bremer Architekt Bodo Erhardt, der in ganz Deutschland Schlösser und Burgen restaurierte. Der zum Schloss gehörende Park wurde um die Jahrhundertwende im viktorianischen Stil vom Berliner Gartenarchitekten Martin Bertrams angelegt. In ihm steht, gut 500 Meter vom Hotel entfernt, die uralte Gerichtslinde. Sie ist Naturdenkmal und historischer Platz zugleich. Unter ihrem Blätterdach sprachen die Gutsherren schon im Mittelalter Recht aus.

 

Wirtschaftliche Zwänge führten dazu, dass das Gebäude sowie die umliegende Land- und Forstwirtschaft 1934 in den Besitz einer Hamburger Verlegerfamilie überging. 25 Jahre später wurde das Schloss umgebaut und instand gesetzt. Der eigentliche Umbau zum Hotel begann jedoch erst 1982 durch den Frankfurter Architekten Professor Jochen Jourdan.

Er ließ den 1890 gebauten Pferde- und Kutschenstall behutsam entkernen und restaurieren. Die historische Fassade konnte fast komplett gerettet werden und macht Hohenhaus zu dem, was es heute ist.